titelDJI 20260911221528 0184 DAm Freitag, den 11. September 2026, fand im Sittenbergtunnel zwischen Ybbs an der Donau und Pöchlarn eine großangelegte Einsatzübung statt. Um 20:30 Uhr wurden die teilnehmenden Einsatzkräfte mit dem Übungsstichwort „SOF3 Evakuierung Sofort – ÖBB Sittenbergtunnel“ alarmiert.

Der rund 4,7 Kilometer lange Eisenbahntunnel stellt aufgrund seiner Länge, der eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten und der besonderen Bedingungen hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen sowie die Abläufe bei einem größeren Ereignis im Tunnel unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Rauchentwicklung in einer WESTbahn-Garnitur

Als Übungsszenario wurde ein Zwischenfall in einer mit Fußballfans besetzten WESTbahn-Garnitur angenommen. Rund einen Kilometer vor dem Westportal war der Zug im Tunnel zum Stillstand gekommen. Nachdem Fahrgäste eine bengalische Fackel entzündet hatten, kam es zu einer starken Rauchentwicklung in einem Zugabteil.

Insgesamt sorgten 32 Übungsdarstellerinnen und Übungsdarsteller für ein realistisches Szenario. Während sich einige Fahrgäste selbstständig aus den betroffenen Bereichen retten konnten, galten andere Personen als verletzt oder mussten aus verrauchten Bereichen gerettet werden.

Auch sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WESTbahn waren in den Übungsablauf eingebunden. Dadurch konnten neben der Menschenrettung auch die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Bahnpersonal und Einsatzorganisationen beübt werden.

Nach der Alarmierung wurden die erforderlichen Einsatz- und Führungsstrukturen aufgebaut. Atemschutztrupps rückten zur Erkundung und Menschenrettung in den Tunnel vor. Parallel dazu mussten unter anderem die Koordination der eingesetzten Kräfte, die Atemschutzlogistik, der Transport von Einsatzgeräten und Beleuchtungsmitteln sowie die Betreuung der geretteten Personen sichergestellt werden.

Großaufgebot der Einsatzorganisationen

An der großangelegten Übung beteiligten sich insgesamt 14 Freiwillige Feuerwehren. Ebenfalls eingebunden waren Kräfte der Polizei, des Roten Kreuzes und des Samariterbundes sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ÖBB und WESTbahn.

Insgesamt standen 209 Einsatzkräfte mit 39 Fahrzeugen im Übungseinsatz.

Gerade ein Schadensereignis in einem mehrere Kilometer langen Eisenbahntunnel stellt sämtliche beteiligten Organisationen vor besondere Herausforderungen. Lange Anmarschwege, eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten, Atemschutzlogistik, Materialtransport und Kommunikation erfordern eine genaue Koordination und klare Führungsstrukturen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Übung lag daher auf dem Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen. Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Eisenbahnunternehmen mussten ihre Aufgaben laufend aufeinander abstimmen.

Auch zahlreiche Führungskräfte und Vertreter der beteiligten Organisationen verfolgten den Übungsverlauf vor Ort. Seitens des Bezirksfeuerwehrkommandos Melk war unter anderem LFR Manfred Babinger anwesend. Ebenso machten sich Vertreter der Polizei sowie Verantwortliche von ÖBB und WESTbahn ein Bild vom Ablauf der Übung.

Gegen Mitternacht konnte die Übung beendet und der Sittenbergtunnel anschließend wieder für den regulären Zugverkehr freigegeben werden.

Den Abschluss bildete eine gemeinsame Nachbesprechung im Bootshaus Sarling. Für die Verpflegung der zahlreichen Teilnehmer sorgte das Rote Kreuz Ybbs mit Chili con Carne.

Solche großangelegten Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Einsatzvorbereitung. Sie ermöglichen es, Einsatzkonzepte unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben und wichtige Erkenntnisse für einen möglichen Ernstfall zu gewinnen.

Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Feuerwehren und Einsatzorganisationen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ÖBB und WESTbahn, den 32 Übungsdarstellerinnen und Übungsdarstellern sowie allen Helferinnen und Helfern, die an der Vorbereitung und Durchführung der Übung mitgewirkt haben.

Bericht: Matthias Schmutzer
Fotos: Tobias Haberl, Felix Holzer, Florian Oberleithner